Auf Wels am Rhein
In Deutschland lohnt sich gezieltes Welsangeln !
Besonders bei Worms am Rhein lohnt sich ein
Ansitz auf unseren größten
heimischen Raubfisch. Wir haben zwar hier nicht die Masse an Fisch wie
in südlichen Breiten, dafür gibt es einige wenige Hotspots, die den Fang
eines kapitalen Rheinwelses ermöglichen, wie nachstehendes Foto
eines 70 Pfund schweren und 170 cm langen Rheinwelses belegt.

Seit Jahren berichten schon
Aalangler von häufigen Beifängen an Kleinwelsen. Ab und zu hörte man von gewaltigen
Köderattacken beim Blinkern und von Fischen, die die Schnur sprengten. Es war klar, dies
konnten nur Welse sein - und bestimmt keine Kleinen. Uns, damit meine ich meinen Freund
und Angelgefährten Jörg Strehlow und meine Wenigkeit waren fest entschlossen den
Rheinwelsen nachzujagen. Jörg, mit reichlich Welserfahrung aus Italien ausgestattet,
versuchte mit dem Wallerholz die Rheinwelse zum Anbiß zu verleiten. Mit großen
Gummifischen und Wurmbündeln servierten wir "Leckerbissen". Im Boot sitzend,
starrten wir auf den Bildschirm unseres Echolotes. Es dauerte gar nicht lange, bis sich
eine große Fischsichel zeigte. Ein Wels ? Warten ! Wieder eine große Anzeige. Plötzlich
Biß am Wurmköder. 21, 22, 23 - Anschlag. Die Rute krümmt sich. Mehrmals reißt der der
Fisch Schnur von der Rolle. Dennoch, die starke Schnur erlaubt einen harten und
kurzen Drill. Nach wenigen Minuten durchbricht ein breiter, brauner mit Barteln
geschmückter Fischkopf die Wasseroberfläche. Solch einen Fisch hatten wir hier noch nie
gefangen. Der erste Rheinwels war erbeutet und es begann eine neue Fischerei an unserem
heimischen Rhein.

Inzwischen haben wir über 50
maßige Welse im Rhein bei Worms gefangen. Ergebnisse von einem bis drei maßigen Welsen
am Tag sind normal. "Maßig" bedeutet, die Fische liegen über unserem
persönlichen Mindestmaß von 90 Zentimetern. Das Durchschnittsgewicht unserer Waller lag
bei 10-20 Pfund. Die besten Fänge erzielten wir an der stromabgewandten Seite von
Buhnenköpfen. Und zwar dort, wo die Wassertiefe unter zehn Meter sinkt. In der
Wasserwalze über tiefen Buhnenlöchern kamen oft mehrere Welse in den Bereich des
Echolot-Strahls. Oft waren die Welse im ganzen Buhnenbereich zu finden, aber besonders im
Bereich der Strömungskante, wo der Gewässergrund vom Flachen ins Tiefe abfiel. Mit
Verwunderung mußten wir feststellen, daß der Einsatz des Wallerholzes nach kurzer Zeit
die Welse zu erschrecken schien und sie plötzlich verschwunden waren. Heute verzichten
wir vollends darauf.

Die Erfolgsmethode sind eindeutig Wurmbündel mit 5-10 dicken Tauwürmern an großen Einzelhaken. Ruten der 20-30 lbs-Klasse, stabile Stationär- oder Multirollen und mindestens 0,40er Dyneema vervollständigen die Geräteausrüstung. Die Posen sollten 50-100 gramm schwere Bleie tragen. Fische bis 30 Pfund kann man vom Ufer aus mit dem beschriebenen Gerät halten. Starke Fische ziehen oft raus in die Strömung. Ohne ein Boot geht solch ein Wels verloren.

Ganz ungefährlich ist diese "Angelei" nicht. Ein 50 Pfünder flüchtete einen Kilometer stromabwärts und setzte sich am Gewässerboden fest. Mitten in der Fahrrinne mit dem Wels kämpfend kam ein Schubverband auf uns zu. Wir erwarteten nicht, daß er einem Angelboot ausweichen würde. Als wir schon ans Schnur kappen dachten, gab der Wels nach. Große Fische erfordern nun mal ebensolchen Einsatz !
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